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Sozial-Cafe

 

Pfarreien St. Johann und St. Norbert

und

Projekt LebensWert gemeinnützigeGmbH

 

Projektpräsentation
„Cafe – offener Treff“ für bedürftige, behinderte und obdachlose Menschen“

Information über den Projektträger:
Träger des Projektes Café – Offener Treff ist das Projekt LebensWert gemeinnützige GmbH in Zusammenarbeit mit den Pfarreien St. Johann (Abtei) und St. Norbert. Insbesondere mit der katholischen Gemeinde Herz-Jesu, welche mit 5.616 Mitgliedern die größte Gemeinde im Duisburger Norden ist. Insgesamt umfassen die katholischen Gemeinden im Duisburger Norden zur Zeit 25.322 Mitglieder. Das Projekt wurde 2007 von mir gegründet und hat sich mittlerweile als feste Beratungsinstanz in Duisburg etabliert. Neben der allgemeinen Sozialberatung deckt das Projekt ein breites Spektrum von Hilfsangeboten ab. Von Ämterbegleitungen über Deutschkurse und Bewerbungstrainings bis hin zur professionellen Seelsorge reicht das Angebot, welches auf dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe beruht. Meine beiden Sozialarbeiterinnen Nadine Döbler und Katharina Kleinmann arbeiten als eine Art Sozialcoach, um Hilfesuchenden den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Soziodemographisch gesehen ist unser Klientel sehr heterogen. Von der verwitweten Rentnerin bis zur alleinerziehenden jungen Mutter bekommen wir durchgehend Anfragen nach Hilfestellungen.

Projekthintergrund:
Im Jahr 2015 werden aufgrund von Umstrukturierungen im Bistum Essen Kirchengemeinden im Duisburger Norden zusammengelegt und zu der Großpfarrei St. Johann vereint. Dies bedeutet den Wegfall und die Schließung von 2 Gemeinden beziehungsweise Kirchen, die zur Zeit 2883 und 3427 Mitglieder umfassen. Diese Menschen werden auf die anderen Gemeinden verteilt. Dieser Schritt fällt nicht allen leicht, da Pastöre oftmals die ersten Ansprechpartner bei Problemen sind und einen Vertrauensstatus besitzen. Wenn die Probleme über die Seelsorge hinausgehen, verweisen die Pastöre die Menschen vertrauensvoll an das Projekt LebensWert, und die beiden Sozialarbeiterinnen kümmern sich dementsprechend um eine Lösung des Problems. Die Gemeinden vermitteln dem Projekt LebensWert die Fälle, bei denen sie selber nicht weiter kommen, und im Gegenzug nutzt das Projekt beispielsweise die Kleiderkammern, um für bedürftige und obdachlose Menschen Kleidung zu beschaffen. Die Probleme der Menschen gehen aber meist über das Beschaffen von Kleidung hinaus, und wirft man einen Blick auf die statistischen Daten der Stadt Duisburg, wird auch klar warum das so ist: 

Projektbeschreibung:
Die beiden Büros des Projektes liegen im unmittelbaren Einzugsgebiet der Gemeinden im Duisburger Norden. Die Gemeinden und Kirchen sind oftmals der erste Anlaufpunkt bei persönlichen Schwierigkeiten und betroffene Menschen suchen dort Halt und Hilfe. Allerdings kann diese Hilfe nicht in allen Fällen auch geleistet werden, so dass durch die Integration des Projektes in die Sicherung der sozial-pastoralen Aufgaben für verarmte und obdachlose Menschen gewährleistet ist, dass punktgenaue und flexible Hilfe erfolgen kann. Die beigefügte Anlage verdeutlicht noch einmal die günstige Lage der Büroräume und Beratungsbüros. Des Weiteren finden Beratungen auch mobil, durch Einsatz des Busses und an festen Stellen außerhalb statt. Beispielsweise in der katholischen Familienbildungsstätte, an der Emschertal-Gesamtschule und bei der Lebensmittelausgabe in Bruckhausen. Bei letzterem Beispiel erfolgt bereits eine langjährige Unterstützung der Gemeinde St. Franziskus durch das Projekt LebensWert nicht nur in Form von Beratung, sondern auch durch die Übernahme der Einkaufsfahrten für die Lebensmittelausgabe.Durch die Einrichtung eines Sozialcafes werden die gemeinsamen Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut im Duisburger Norden weiter gebündelt. Alle Gemeinden, mit 25.322 Mitgliedernkönnen auf die Angebote zugreifen und sie nutzen.

Angebote
Es besteht die Möglichkeit jeden Tag bis auf Samstag und Sonntag im Cafe zu frühstücken, Kuchen zu essen oder gegen ein kleines Entgelt ein Mittagessen oder kleinen Imbiss zu erhalten. Das Mittagessen wird von ehrenamtlichen Mitgliedern der Gemeinde hergestellt. Der uns zur Verfügung stehende Koch wird sich ebenfalls ehrenamtlich an der Zubereitung von Speisen beteiligen. Das Cafe ist im Duisburger Norden die einzige Anlaufstelle, an der täglich ein warmes Mittagessen angeboten wird. Die Tafel, mit Sitz in Duisburg-Hochfeld ist zentral gelegen und vom Duisburger Norden aus sehr umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es sollte trotzdem eine Zusammenarbeit mit der Tafel in Erwägung gezogen werden. Ebenfalls soll analog zu den bereits etablierten und sonntäglich wechselnden Mittagstischen in den verschiedenen Gemeinden auch im Sozialcafe an einem Sonntag im Monat ein Mittagstisch angeboten werden, um das Angebot zu erweitern und die anderen Anlaufstellen zu entlasten.

Das Café
In einer gemütlichen und atmosphärereichen Umgebung möchten wir unsere Besucher zum Latte Macchiato, Tee oder kleinem Imbiss einladen. Die ausliegenden Zeitungen sollen der Information über aktuelle Tagesereignisse, Wohnungs- und Stellenangebote dienen. Eine weitere Informationsmöglichkeit soll unsere große Wandtafel sein. Hier können sich Anbieter und Angebotssuchende, ihre Anliegen aufschreiben. So haben sich z.B. ältere Männer aus der Gemeinde bereit erklärt, kleine Reparaturarbeit etc. durchzuführen. Dies oder andere Angebote zum Beispiel Babysitting, Omadienst etc. wären auf der Tafel zu finden. Es sollte die Möglichkeit bestehen, im Internet zu surfen, Gesellschaftsspiele zu spielen oder auch in Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken. Eine, unter vielen Aufgaben der Sozialarbeiter wird sein, Themen die häufiger im Cafe Themen aufkommen, als thematisierte Gesprächsrunden anzubieten. Eine Seniorengruppe von ca. 30 Personen, welche vorher im Agnesheim der Gemeinde Herz-Jesu untergekommen ist, wird künftig im Sozialcafe zusammenkommen und kann dort betreut werden.

Ein weiteres Angebot, was wir anbieten möchten, ist der Fachverkauf. Hier können Interessenten ihre selbstgemachten Sachen z.B. Schmuck, Ton- und Holzarbeiten zum Verkauf anbieten. Diese kreativen Gegenstände, Unikate, werden in Boxen oder Fächern, die an den Wänden befestigt sind, ausgestellt. Dieses Angebot zieht auch Bürger an, die auf der Suche nach einem einmaligen, ausgefallenen Geschenk sind. Wir möchten aber mehr als nur ein Cafe sein. So soll auch die kulturelle Seite nicht zu kurz kommen, indem wir zu Jazz-, Blues- oder Klassik Frühstück einladen, Büchervorstellung und Lesungen sowie Ausstellung von Bildern sollen ihren Raum bei uns bekommen. Abends sollen die Räumlichkeiten des Cafe Selbsthilfegruppen zur Verfügung gestellt werden.

Ziel des Projektes:
Das Cafe soll eine Anlaufstelle für die Sorgen und Nöte der gesamten Bevölkerung im Duisburger Norden sein. Wir wollen aktive soziale Verantwortung für den Stadtteil übernehmen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Gemeinden im Duisburger Norden und knüpft direkt an die sozial-pastoralen Aufgaben für verarmte und obdachlose Menschen an. Bei Bedarf können die Gemeinden auf das Projekt LebensWert zurückgreifen und umgekehrt. Das Projekt LebensWert wird als etablierte Beratungsinstanz in das bestehende Netzwerk der Gemeinden integriert und bringt zudem ein eigenes Netzwerk mit Kooperationspartnern mit. So ensteht ein feinmachiges Auffangnetz, um denjenigen Halt zu geben, die ihn verloen haben. Der überwiegend, türkischen, polnischen und russischen Bevölkerung sollen die Sozialarbeiterin mit türkischen, polnischen und russischen Sprachkenntnissen begegnen.

Vorhandene Not und Armut zu lindern ist uns ein großes Anliegen, dennoch ist es unser vorrangiges Ziel, durch Motivation und aktive Unterstützung Menschen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Erwerbsarbeit und folglich der gezahlte Lohn stellt nicht nur sicher, dass Menschen nicht in Armut leben müssen, sondern hat auch positive psychologische und physiologische Effekte.